Bildungsurlaub: Der Trick für mehr Auszeit!

Wie man Bildungsurlaub für zusätzliche Urlaubstage nutzt

Urlaub. Eine Auszeit. Einfach mal dem tristen Alltag entfliehen und weg vom Job. In anderen Ländern ist das keine Selbstverständlichkeit. US-Amerikaner nehmen durchschnittlich eine Woche Urlaub im Jahr. Gesetzlich festgelegt ist gar keiner. In Japan müssen die Arbeitnehmer quasi zu ihrem Glück gezwungen werden. Sie wollen gar keinen Urlaub.

In Deutschland sieht das ganze doch etwas anders aus. Gesetzlich stehen den deutschen Arbeitnehmern im Jahr 24 Urlaubstage zu. Und die werden genutzt! Die Deutschen reisen, reisen und reisen. Hauptsache weit weg von Balkonien!

Sprachreisen

In unseren letzten Artikeln haben wir uns mit dem Thema der Sprachreisen und der Qualität von Sprachschulen auseinandergesetzt. Eine Sprachreise ist eine super Möglichkeit, um besser in eine andere Kultur eintauchen zu können.
Aber wer möchte schon seine kostbaren Urlaubstage einsetzen, um dann die Hälfte des Tages in einer Schule zu verbringen? Sicher. Es ist angenehm sich mit den einheimischen Lehrern auszutauschen und die Sprache zu lernen ermöglicht ein viel tieferes Eintauchen in die fremde Kultur…
Aber dafür Urlaubstage opfern?

Bildungsurlaub

Bereits 1974 verpflichtete sich die Bundesrepublik erstmalig Bildungsurlaube zu ermöglichen. Speziell ging es dort nie um einen Sprachenerwerb, sondern um die berufliche oder politische Weiterbildung. Eine Verbindung mit dem Ausland oder dem klassischen Urlaub war dabei nie wirklich beabsichtigt. Um die zu positive Konnotation des Wortes Urlaub zu vermeiden wurde außerdem die Bezeichnung Bildungsfreistellung eingeführt.
Es ist also klar, dass ein Bildungsurlaub nicht zur Erholung gedacht war.

Obwohl sich die Bundesrepublik bereits 1974 verpflichtet hatte, entstand kein bundesweites Gesetz zu dem Thema. Stattdessen bildeten sich über die Jahre landesweite Gesetze. Dabei stehen auch heute noch Bayern und Sachsen außen vor! Selbst nach all‘ diesen Jahren besteht dort kein Anspruch auf Bildungsurlaub.

Jedes Jahr stehen den Arbeitnehmern eine Woche (5 Werktage) Bildungsurlaub zu. Es besteht die Möglichkeit den Anspruch von zwei Jahren zu kombinieren. Dies ist auch zu empfehlen, um eine ausreichende Länge für das Sprachenlernen zu gewährleisten.

Anforderungen

Ein Bildungsurlaub ist für vielseitige Themen gedacht. Von der politischen Bildung über einfache Seminare hin zu komplexeren Themen.
Das bedeutet aber nicht, dass er nicht für solche „einfachen“ Themen wie Sprachkurse genutzt werden kann. Tatsächlich sind Sprachkurse der vermutlich beliebteste Bildungsurlaub.
Dabei ist es notwendig ein Minimum von 30 Stunden in der Woche zu belegen. Das sind zumeist 6 Stunden Unterricht am Tag.
Zwar ist auch hier ein Ausspannen ohne Probleme möglich, doch gilt es zu beachten, dass 6 Stunden lernen durchaus anstrengend werden können.

KostenBeim Bildungsurlaub sollte man genau auf die Kosten achten

Für die Kosten des Bildungsurlaubes gibt es quasi eine Zweiteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Praktisch wird diese aber nicht fühlbar.

Wie bei einem normalen Urlaub ist der Arbeitgeber weiterhin verpflichtet den normalen Lohn zu zahlen. Je nachdem, wieviele Wochen man in der Sprachschule verbringt und welche weiteren Angebote man ausnutzen möchte, kommen hier allerdings weit höhere Kosten ins Spiel. Sollte man sich für ein weiter entfernt liegendes Land entschieden haben, werden außerdem die Kosten für die Interkontinentalflüge fällig.
Wie man den billigsten Flug findet, haben wir euch hier verraten.
Diese Kosten sind allesamt vom Arbeitnehmer selbst zu tragen.

Einteilung

Die ideale Einteilung für den Bildungsurlaub gibt es nicht. Aber es gibt sicherlich mehrere klassische Einteilungsvarianten.

Zwei Wochen Bildungsurlaub

Den Bildungsurlaub von zwei Jahren auf einmal zu nehmen, ist der Klassiker, um auf eine angenehme Zeitspanne zum Lernen und Kulturgenuss zu kommen.
Der Vorteil ist ganz einfach zu sehen: Alle zwei Jahre werden so zwei Wochen mehr Urlaub möglich. Quasi 50% mehr Urlaub!

Eine Woche Bildungsurlaub

Sicher, ein ganzes Sprachniveau wird mit einer Woche nicht erreicht. Und kaum hat man sich an das Lernpensum gewöhnt, da geht die Reise schon zu Ende! Aber dafür gibt es den ab jetzt jährlich! Jedes Jahr eine weitere Woche Urlaubsfeeling! Warum nicht?

Eine Woche Urlaub

Eine Woche reicht nicht. Und alle zwei Jahre ist nicht oft genug! Was also tun? Na klar, eine Woche wird der typische Bildungsurlaub in Anspruch genommen und die zweite wird der normale Urlaub eingesetzt. Und der muss ja auch nicht so lange in der Schule verbracht werden… Zwei Wochen im Ausland ausspannen, aber nur 1 Woche Urlaub verbrauchen? Der doppelte Urlaub! Was spricht dagegen?

Bildungsurlaub beantragen

Gesetz

Bildungsurlaub sollte beantragt und mit Chef besprochen werdenZuerst muss das bundeslandeigene Gesetz zum Bildungsurlaub überprüft werden. Dabei gilt immer das Land, in welchem sich die Arbeitsstelle befindet. Der Wohnort des Arbeitnehmers ist unerheblich. Die Gesetze unterscheiden sich in vielen Details. Das weitere Vorgehen ergibt sich daraus.
Je nach Bundesland variiert außerdem der Personenkreis, der für einen Bildungsurlaub in Frage kommt.

Sprachschule

Die Sprachschule sollte Erfahrungen mit Bildungsurlaub gemacht haben. Denn sie steht in der Pflicht einen Anerkennungsbescheid auszugeben.
Die Stornierungsbedingungen der Schule sollten unbedingt überprüft werden! Alcandia Leser und Kunden haben sich mit dem Thema der Stornierung schon absurd oft auseinandergesetzt. Doch das Thema wird nicht weniger wichtig. Es kann immer vorkommen, dass der Arbeitgeber den Antrag auf Bildungsurlaub zurückweist. Bringt er einen guten Grund für seine Entscheidung vor, so ist diese legitim.
Für diesen Fall sollte die Sprachschule eine kostenlose Stornierung anbieten. Bietet sie dies nicht, kommt sie nicht in Frage.

Absprache

Ist ihr Chef ein cooler Kerl? Oder eher der Teufel in irdischer Gestalt? In beiden Fällen sollten sie ihn nicht mit dem Bildungsurlaub überraschen. Neben einer vorgeschriebenen Zeit, die der Urlaub vor Antritt beantragt werden muss, sollten sie sich außerdem mit ihrem Chef absprechen.
Sie haben sich ihr Anliegen schon gut überlegt. Sie haben das Gesetz durchforstet und gehören zu den glücklichen Arbeitnehmern, denen ein Bildungsurlaub zusteht! Die perfekte Sprachschule haben sie schon gefunden. Und alles was theoretisch fehlt ist der Antrag!

Doch wollen sie ihren Chef wirklich mit so etwas überraschen? Ist er ein netter Kerl, so sollte er ebenso behandelt werden. Er wird sich über die Vorwarnung freuen. Vielleicht hat er sogar einen Tipp für den Antrag. Oder er nimmt sich ein Beispiel an Ihnen und ist im Jahr darauf verreist.
Ein Bildungsurlaub dient auch der EntspannungIst ihr Chef eher ein „Nicht so cooler Kerl“? Dann sollten Sie ihn trotzdem darauf ansprechen! Man möchte nicht den ganzen Urlaub schon vor Augen haben und alles geplant haben und dann vom Chef daran gehindert werden, weil sich dieser hintergangen fühlt. Dies gilt es zu vermeiden.
Also: Absprechen mit dem Chef!

Antrag

Alles erledigt? Super! Dann wird es jetzt Zeit für den förmlichen Antrag! Wie der auszusehen hat unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland!

Urlaub

Jetzt wird der Urlaub genossen. Ahhh… Ist das nicht schön?

Erfahrungen

Habt ihr schon Erfahrungen mit dem Thema Bildungsurlaub gemacht? Hat alles funktioniert? Wie sah euer Antrag aus? Und habt ihr euch mit dem Chef vorher kurzgeschlossen?
Wie war die Sprachschule? Wie der Flug?
Und was haltet ihr allgemein von dem Konzept des Bildungsurlaubs? Werdet ihr es auch versuchen?

Wir freuen uns über eure Kommentare und Anekdoten, wenn ihr welche teilen möchtet.

Jan

Jan

Jan ist immer auf der Suche nach dem neuesten Trend, dem neusten Schnäppchen und dem günstigsten Flug.
Weil er nichts für sich behalten kann, könnt ihr alle seine Geheimnisse hier lesen.
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