Das Geschäft mit der Versuchung

Die große Marketing-Lüge der Reisebranche

Jetzt exklusiv HIER eine Reise um die GANZE Welt, für NUR ab 99,-€. Klingt ja echt super! Ach ne, doch nicht.

Die Versuchung

Eine Weltreise für 99,-€? Wer würde da nicht zugreifen wollen? Der Deal wird angenommen! Und zwar sofort! Doch wer auf diese süße Versuchung reagiert, der wird als nächstes gefragt, wann er reisen möchte. Oh, in zwei Monaten klingt doch super. Schauen wir doch mal nach dem Preis. 9999,-€? Klingt nicht mehr ganz so günstig…

Diese Art von Versuchung nennt sich Clickbait (wörtl. Klick-Köder). Und zielt einzig und allein darauf ab, Clicks zu erzielen. Der Clickbait Titel oder das Clickbait-Bild hat dabei äußerst selten etwas mit dem Inhalt gemein.
Das Standardbeispiel für Clickbait, den jeder schon einmal gesehen hat: „Sex Sells“.
Sicher, die nackte Frau auf dem Cover hat relativ wenig mit den Sportreportagen im Inhalt zu tun, aber der Köder war stark genug, um die Leserzahlen zu erhöhen.

Seit der Zeit des Internets ist dieses Phänomen wirklich, wirklich nervig geworden.
Diese Art von Marketing ist altbekannt und wird von vielen Anbietern genutzt. Sicher, das sind die Meisten von uns gewohnt. Aber warum gehört es zum Grundrepertoire eines Internetusers mit völliger Skepsis an Angebote herangehen zu müssen? Selbst dort, wo er meint schon gute Deals bekommen zu haben?

Ergebnisse

Die Antwort darauf ist so leicht, wie sie deprimierend ist. Clickbait führt zu guten Ergebnissen. Während es bei Zeitungen noch um die Anzahl an verkauften Exemplaren ging und das Cover alleine oft nicht reichte, um den potentiellen Verkäufer zu überzeugen, geht es diesmal um Traffic. Im Internet regiert der Traffic über alles. Es umschreibt die Anzahl der Leute, die eine Seite besuchen und auf ihr aktiv werden. Viele Websites finanzieren sich über Werbungsprogramme. Einmal auf der Seite gewesen zu sein, zählt bereits als angesehene Werbung: Der Websitebesitzer wird bezahlt und kassiert sein Geld ein. Dass auf der besuchten Seite von Qualität keine Spur ist und der Inhalt mit dem Titel nichts zu tun hat, sind dann unwichtige Nebenfakten.

Dasselbe spielt sich überall im Internet ab.
Mit Heimarbeit 1000€ Extra im Monat verdienen.
Dieser Roulette-Trick ist Millionen wert!

Ab und Bis zu

Dieses Problem geht allerdings viel weiter, als nur zu einfachen Websites mit Clickbait-Titeln oder Bildern. Es beginnt schon weit davor. Wenn man sich entscheidet, dass man das Internet Zuhause braucht. Dass es ein Teil des Lebens sein muss, weil das heute eben so ist.
Dann schaut man sich die verschiedenen Anbieter an. Vergleicht, vertraut vielleicht auch hier Drittanbietern, die Vergleichstests durchführen.
16.000 kbit/s
50.000 kbit/s
100.000 kbit/s und mehr.

Ja, das sind Zahlen. Dem normalen Verbraucher sagen die recht wenig. Der ein oder andere wird noch erkennen, dass dies auch mit 16mbit/s, 50mbit/s und 100mbit/s angepriesen werden könnte. Wir sehen auch, dass es sich um Geschwindigkeiten pro Sekunde handelt.
Wenn ich also ein Video lade, welches 50Mb groß ist, dauert es dann mit der 50mbit/s Leitung nur eine Sekunde?
Die Antwort ist aus zwei Gründen nein!

Die große Marketing-Lüge ist die Idee, dass Bit und Byte dasselbe sind. Wir rechnen alle unsere Daten und Datenvolumen in Kilobyte, Megabyte und Gigabyte. Trotzdem wird unsere Geschwindigkeit in Bits gerechnet. Warum? Klingt einfach nach mehr, denn 1Byte = 8Bit. Das heißt, es würde für eine 50Mb Datei 8 Sekunden dauern.
Der zweite Grund ist aber ein viel wichtigerer. Und gleichzeitig ein verstörender.

Ich kaufe mir also eine Internetleitung mit 100Mbit/s. Das ist ein super Angebot und auch noch günstig! Das heißt doch, dass ich nun mit 100Mbit/s surfe? Leider nein! Denn in jedem Internet-Vertrag stehen zwei kleine Worte vor der Geschwindigkeit. „Bis zu“. Nicht 100Mbit/s hat die Geschwindigkeit, sondern 50 oder 10 oder auch nur 1Mbit/s. Aber es könnte bis zu 100 raufgehen. Muss es aber nicht.

Es gibt Anbieter, die zumindest eine Mindestgeschwindigkeit garantieren. Die ist zuweilen bei der Hälfte der „Bis zu“-Geschwindigkeit. Wenigstens etwas, doch der Großteil der Anbieter gehört nicht dazu.

Reisevergleichsportale

Viel wichtiger sind uns aber Reiseportale. Denn besonders hier geht das mittlerweile sehr weit. Als Marktplatz für Stornoreisen setzen wir uns regelmäßig mit dem Reisemarkt auseinander. Und was wir dort sehen, ist teilweise an Frechheit nicht zu überbieten!

Wer unseren Beitrag zu Billigfliegern gelesen hat, der weiß: Auch Airlines setzen den Ab X€-Trick ein. Der Flug allein ist für 19€ zu haben, mit Gepäck, Transfer und Sitzplatzreservierung steigt es auf 100€ an. Aber ab 19€ ist er trotzdem zu haben.

Doch da hört der Spaß nicht auf. Denn an dieser Praxis haben wir weniger auszusetzen. Der Flug und ein kleines Handgepäckstück sind tatsächlich für 19€ zu haben. Es wird sicher kein angenehmer Flug und viel hat man am Zielort dann auch nicht dabei. Aber bezahlt wurden tatsächlich 19€. Nicht mehr und nicht weniger.

Bei Reiseportalen sieht das ganze dann etwas anders aus.

Reiseangebote AB

Wer seinen Blick auf „All Inclusive“ richtet, wird einen Klick später recht erstaunt sein:
Pauschalreisen AB

Sicher, 194€ im Vergleich zu 155€ ist kein extrem großer Sprung. Doch es gibt 4 Angebote, die auf den Clickbait-Link folgen. Und das günstigste ist um 25% teurer. Das teuerste um 170%!
Wo sind die guten Angebote denn nun hin?

Der beste Deal

Den besten Deal finden die Leute für euch, die sich mit dem Thema auskennen. Ob das Gurus, Piraten oder Füchse sind. Diese Leute kennen sich aus und würden euch nie hinters Licht führen, richtig?
Wir hoffen darauf, dass es sich größtenteils wirklich um gute Angebote handelt, aber ab und an kommen wir wirklich ins Zweifeln.

Das fängt leider schon beim Konzept an.
Eine Reise ab 121€ wird beworben. Es ist ein guter Deal für eine Wochenendsreise nach Rom.

Hotelangebot
Die Seite ist verziert mit einer Beschreibung zu möglichen Aktivitäten und Bildern der Reisepreise. Zu Schade, dass die Flüge nicht mehr für die angepriesenen Preise zu bekommen sind. Schlimmer ist jedoch, dass auch hier von Flügen ohne Gepäck gesprochen wird. Im Unterschied zu einzelnen Flügen sehen diese allerdings aus wie Pauschalreisen. Man rechnet also nicht damit.

Neuer Ryanair PreisZusätzlich werden verschiedene Abreisedaten vorgeschlagen. Von den vielen Daten handelt es sich aber nur bei einem einzigen, um den Idealfall von 121€. Verschiedene Abflughafen verändern außerdem weiter den Preis.

Wir überprüfen das Ganze recht schnell.
Ryanair ist so günstig, wie aus unserem großen Ryanair Test gewohnt. Wir verzichten tatsächlich auf das Gepäck. Aus den angepriesenen 51€ p.P. wurden 62€ p.P. Noch immer in Ordnung.

Das angepriesene Hotel wird allerdings nicht mehr gefunden. Und die Alternative ist… sagen wir leicht teurer…

Hotel_Alternative

So steigt der Gesamtpreis von:
Flug 102€
Hotel 170€
272€

zu

Flug 125€
Hotel 344€
469€

Das entspricht immerhin einer Preiserhöhung von 72%!!!

Aber das ist Ok… Schließlich stand dort ab! Ist doch ok… oder?

Piraten, Gurus, Füchse und Experten

Wollen wir damit sagen, dass diese Piraten, Gurus, Füchse und Experten schlimme Krummfinger sind? Bei Weitem nicht!
Wir halten sogar eine ganze Menge von der Arbeit die sie leisten.
Was dann?

Wir haben ein ordentliches Problem mit der Art und Weise, wie aktuell überall auf der Welt Marketing betrieben wird. Und nur weil „Jeder“ das so macht, macht es das noch lange nicht in Ordnung. Es ist eine Praxis für die wir nicht stehen können.

Man erinnere sich an unseren Billigflieger-Test! Der Überraschungssieger dieses speziellen Tests war Condor. Wir hatten einen absoluten Knallerdeal gefunden, bei dem die Reise vom Superflughafen Frankfurt bis nach Palma de Mallorca für nur 49,99€ zu haben war. Gepäck war bereits inbegriffen! Ein unglaublicher Deal.
Aber wie wir schon in diesem Artikel angemerkt hatten: Bei diesem Preis bleibt es nicht. Es waren nur noch wenige verfügbar. Eine handvoll Plätze zu diesem Preis, bevor es teurer werden würde. Noch immer sehr günstig und im vorliegenden Fall auch günstiger als Ryanair, aber: teurer.

Nun könnte diese Fluggesellschaft aber Werbung damit machen, dass Flüge schon ab 49,99€ zu haben seien. Sogar ab 29,99€ wenn man das Gepäck herausrechnen würde. Und das ist Gang und Gebe.

Wir möchten uns auch nicht als Heilige über diese Leute stellen. Auch wir werben mit Verringerung der Stornokosten bis zu 50% und Reisen die 45% günstiger sind.
Aber hinter beiden Behauptungen steht tagtägliche Praxis. In einem sehr persönlichen Umfeld. Von Verkäufern zu Käufern. Airlines, Hotels und Veranstalter stehen hier außen vor.

Unsere Stornoreisen

Unsere Stornoreisen. Das sind Deals, die sind zu gut um wahr zu sein. Manchmal mehr und manchmal weniger.
Aber immer im Vordergrund steht, dass wir dem Menschen helfen. Viel zu oft kommen sie gerade durch diese prickelnde ab-Versuchung in die unangenehme Situation eine Reise an der Backe zu haben

Auf alcandia lassen sich die Reisen problemlos inserieren und weiterverkaufen.
Mit „Warum wir tun was wir tun“ haben wir bereits versucht, euch unsere Motivation näher zu bringen. Daraus wird schnell klar, warum uns diese Praxis ordentlich auf die Nerven geht.

Facebook Frage

45% Rabatt, brüllen da einige. Das ist doch unrealistisch! Unsere Erfahrung zeigt: Nein ist es nicht. Das Bild zeigt einen unserer Posts auf Facebook zu einer Reise, die selbst uns die Beine schwach werden ließ. Und wir sind tagtäglich mit günstigen Reisen konfrontiert. Es handelte sich um eine Rundreise durch den Westen der USA, die um über 70% reduziert war. Pure Flüge wären teurer gewesen als die ganze Pauschalreise! Getrieben und traumatisiert von anderen Reise-Webpräsenzen war die erste Frage: „Wo ist der Haken!“…

Als die Reise verkauft war, haben wir allerdings nicht dasselbe Angebot weiterhin verkauft. Nur dafür 50% teurer. Denn so etwas entspricht nicht unserer Moral!

Jede Reise ist ein Einzelstück. Es ist nur hier zu bekommen. Einmalig und einzigartig.

Fazit

Wir bleiben dabei: Das Marketing der heutigen Zeit ist zu einem Großteil unehrlich und verführerisch mit falschen Inhalten. Außerdem haben wir uns ein Ziel gesetzt: Wir wollen hilfreich sein! Wir wollen Qualität liefern. Gute Preise und unseren Kunden immer einen Mehrwert bescheren!

Es könnte noch immer das Gefühl im Raum stehen, wir würden damit speziell unsere Kollegen angreifen wollen, die günstige Reisen weiterempfehlen. Wir möchten klarstellen: Das möchten wir nicht.
Wir halten die Arbeit, die sie dort leisten für gut und hilfreich.
Das Problem ist ganz einfach, dass Flugdeals und Hoteldeals angepriesen werden, die an unseren Condor-Deal erinnern. Sie sind leider viel zu schnell ausverkauft und der Preis steigt. Schnell!

Wir haben euch in anderen Artikeln gezeigt, wie ihr an den wirklich günstigsten Flug kommt und wir sprechen gerne darüber, dass es Alternativen zu Hotels gibt. Man findet eine Menge wenn man nur schaut. Aber wo schauen?
Hier leisten diese Plattformen wunderbare Inspirationsarbeit. Und sollte der Deal noch verfügbar sein: Wo ist dann das Problem? Es gibt tatsächlich keines! Hier sehen wir eine absolute Win-Situation.

Gehen wir zurück zu unserem Beispiel. Das Hotel ist zu teuer geworden. Was tun wir also? Es gibt Alternativen wie wir hier beschrieben haben! Vielleicht findet sich ein ähnlich guter Deal wieder?
Jetzt wissen wir schließlich wo wir suchen müssen!

Eure Meinung

Wie seht ihr das? Haben wir das überspitzt? Habt ihr schon gute Deals bei diesen Plattformen gefunden?
Wie empfindet ihr diese Art von Marketing? Ab und (bis) zu in Ordnung? Der Teufel in einer anderen Form?

Wir wollen es wissen! Schreibt es uns in die Kommentare!

Denkt daran: Wir meinen, was wir sagen! Wir sind für euch da. Habt ihr eine Frage? Dann erreicht ihr uns ganz einfach in den Kommentaren, auf alcandia im Chat oder auch ganz einfach per kontakt@alcandia.de

Wir freuen uns von euch zu hören!

Jan

Jan

Jan ist immer auf der Suche nach dem neuesten Trend, dem neusten Schnäppchen und dem günstigsten Flug.
Weil er nichts für sich behalten kann, könnt ihr alle seine Geheimnisse hier lesen.
Jan

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